Peter Bannert "Krestl"
Aanant & Zoo freut sich sehr am Samstag, den 16. Mai 2009 die Einzelausstellung des Berliner Künstlers Peter Bannert zu eröffnen. Der Künstler wird zur Vernissage ab 19 Uhr anwesend sein.
Ab dem 16. Mai 2009 präsentiert der Künstler Peter Bannert zehn aktuelle Papierarbeiten sowie eine Installation unter dem Titel „Krestl“ (1. crest - engl. Nest / Verweis auf „Heimat“; 2. Christ - in Anlehnung auf sakrale Kunst; 3. Rest - Rückstände, Schmieriges; 4. Christl - vorwiegend in ländlichen Regionen beheimateter Name). Ebenso vieldeutig wie sich der Ausstellungstitel interpretieren lässt, begreift auch Bannert sein eigenes Schaffen. So bezieht er gerne Phänomene der synergetischen Multifunktionalität und Simultanität mit ein, rekurriert dabei jedoch zugleich auf kunstgeschichtliche Traditionen wie die der Gotik oder des Barocks. Bannerts Papierarbeiten „Winterkönig“ sind alle zeitgleich in seiner Heimatstadt im Odenwald entstanden. Eine raffinierte pastellige Schnelligkeit legt sich über das Rudiment eines barocken Ehepaar-Portraits oder umreißt das Profil einer Mariendarstellung. Betrachtet man Bannerts spontanen, teils aggresiven Pinselduktus, dann lässt sich erahnen, dass es keinesfalls die Intention des Wahlberliners ist zu gefallen. Es geht ihm weder um eine formale Ästhetik noch um einen revolutionären, artifiziellen Fortschritt, sondern vielmehr um einen intuitiv-additiven Fluss.
Eine weitere spannungserzeugende Ebene eröffnet sich über die haptische Wahrnehmung von Bannerts mannigfaltigen Skulpturen. Diese oszillieren zwischen glänzenden, abweisenden Stoffen und archaischen, erdigen und biologischen Stofflichkeiten. Gelebtes und verlebtes Material ist dem Künstler ebenso Genuss und Anlass wie unnahbar und industriell gefertigte Elemente. Peter Bannerts raumgreifende Installation (Untitled, 2009) spielt exakt mit diesen Polaritäten - in ihr sind die Gegensätzlichkeit von formalistischen und expressiven Zitaten quasi genuin vereint: dunkles Haar verfängt sich in einer phallischen Papkarotte, hochglänzende Glasplatten lassten auf einer kleinen, kaum wahrnembaren Marienstatur. Neben all diesen Material- und Mediendialogen ist die Komponente des Humors, die als visuelle Strategie und philosophisches Verfahren einen zentralen Platz im Bannerschen Werk eingenommen hat, nicht zu verachten. Stets schwingt ein stückweit Selbstironie, ein süffisantes Lächeln mit, wenn sich Peter Bannert an die Arbeit macht.
Peter Bannert studierte zuletzt, wärend seines 3jährigen New York Aufenthaltes, an der Yale Universität bei Jessica Stockholder. Aanant & Zoo freut sich sehr die erste Einzelausstellung des Künstlers präsentieren zu dürfen.




